Asatru / Alte Sitte (Forn Sed) wird als moderne Religion beschrieben. Sie soll im Alltag stattfinden und so können z.B. auch
"Rituale in Jeans" (ein Lieblingsbeispiel von mir) gehalten werden. In diesem Sinne möchte ich erwähnen, daß
die Seiten keinen Zusammenhang mit der Mittelalter- oder Re-Enactment-Szene haben. Ich gehe selbst gern auf MA- oder Wikingermärkte,
trug auch mal eine Tunika zum Ritual, aber damit hat es sich schon.
Darüber hinaus empfinde ich es durchaus als nicht unproblematisch, wenn Außenstehende
den Eindruck erhalten können, Asatru finde nur bei mittelalterlich Verkleideten statt. Ich sehe in der Beliebtheit des
Re-Enactments durchaus ein Problem für die Etablierung der Alten Sitte in der modernen Gesellschaft.
Im Rahmen der von René Gründer (2009,
2010) beschriebenen Dreiteilung in der Ausrichtung neuheidnisch-germanischer
Religion im deutschsprachigen Raum (völkisch / ökospirituell-tribalistisch / universalistisch) sind meine Seiten der 'Mitte',
also dem ökospirituell-tribalistischen Ansatz, zuzurechnen. In diesem Bereich siedelt Gründer z.B. auch den
VfGH e.V. an, während der
Eldaring - als Beispiel - als universalistisch angesehen wird.
Die Darstellung der Religion erfolgt soweit möglich auf Quellenbasis.
Es wird versucht, Lücken sinnvoll vor einem germanischen Hintergrund zu schließen. Nicht-germanische Einflüsse und
insbesondere Ausflüge auf den "esoterischen Markt der Möglichkeiten" sollen ausbleiben. Hier finden sich
z.B. Informationen zu den Runen, auch eine
von mir konzipierte Auslegung eines Wurfes, aber
beispielsweise nichts zu einem "Runen-Tarot".
Obwohl Fachliteratur für die Seitenerstellung und -erweiterung verwendet wird (und sich bei mir zwischenzeitlich eine
nette Bibliothek angesammelt hat), liegt der Blickwinkel auf dem "interessierten Laien". Die von mir verfaßten Texte
erheben keinen wissenschaftlichen Anspruch.
Die Seiten sollen auch Materialsammlung sein - auch in dem Sinne, daß ich verschiedene Asatru-Foren regelmäßig
besuche und schaue, welche Themen immer wieder behandelt werden. Die Redundanz ist riesig und ermüdend. Gerade wird
zum x-ten Mal irgendwo über Wikingerromane diskutiert - und es wird alles aufgelistet, was sich hier
bereits findet. Sehe ich andererseits neue, mir bislang unbekannte Romane, füge ich sie in meine Liste ein und kaufe sie ggf.
Wenn möglich, wird der Schwerpunkt auf südgermanische Verhältnisse gelegt. Künftige Überarbeitungen
sollen mehr als bisher diesen Schwerpunkt berücksichtigen.
Ich vertrete die Ansicht, daß jeder einfache Rituale abhalten
können sollte. "Ritualdienstleistungen", also "Show gegen Geld", lehne ich für mich grundsätzlich mit
Hinweis darauf, daß Rituale nur im Sinne einer Heilsgemeinschaft sinnvoll sind, ab.
Im Rahmen der vom VfGH e.V. vertretenen Leitidee "traditionelles, freies Heidentum" lehne ich die Ausbildung
eines Priesterstandes kategorisch ab (und damit auch all die Goden- und
'Clergy'-Programme verschiedener Gruppen). Explizit möchte ich erwähnen, daß ich mich nicht vom
sogenannten "deutschen Allsherjargoden" Géza von Neményi vertreten fühle.
Die Aussage zu Priestern gilt auch für Dinge wie "Initiationsrituale", die Zutritt zu
einer Art Geheimbund bieten wollen: die Alte Sitte war eine Volksreligion. Nicht betroffen von dieser Aussage sind
Eidesleistungen, Übergangsriten (s. Lebenskreisfeste) oder auch die Schaffung
neuer Bünde, die sich einigermaßen historisch belegen lassen (z.B. denke ich an Asatru-Männerbünde,
an Interessengemeinschaften ('felag') usw.)
Die Alte Sitte wird auf diesen Seiten als eine im Rahmen von Familie und Sippe
(und Sippenbünden) zu realisierende Religion gesehen, da diese eine natürliche Heilsgemeinschaft bilden. Nach knapp 10 Jahren Mitgliedschaft
in einem "e.V." sehe ich diese lose Vergesellschaftung ursprünglich nicht miteinander verbundener
Individuen eher kritisch, obgleich ich den Vereinen nicht ihre Existenzberechtigung per se absprechen möchte (- und ich im
VfGH schöne Zeiten erlebt habe).
Praktisches: Wer Literatur sucht, schaut auf der Startseite ganz unten unter "Infobereich".
Auf den Unterseiten sind die Bücher / Links, die ich empfehle, so hervorgehoben.
Alle Ressourcen sind alphabetisch geordnet (Zahlen am Ende). Speziell auf der Runenseite gibt es am Anfang Literaturtips.
Wer aktuell (2011) eine Grundausstattung sucht, dem empfehle ich folgendes (ich verdiene nichts an den Amazon-Links): Krause, Arnulf: Die Geschichte der Germanen (populärwissenschaftlich) ==> Amazon-Link Pohl, Walter: Die Germanen (anspruchsvoller, ca. 1. Jhd. v.d.Z. bis 6. Jhd. u.Z.) ==> Amazon-Link Maier, Bernhard: Die Religion der Germanen ==> Amazon-Link Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie ==> Amazon-Link Genzmer, Felix: Die Edda ==> Amazon-Link Düwel, Klaus: Runenkunde ==> Amazon-Link Barth, Reinhard: Taschenlexikon Wikinger ==> Amazon-Link Paxson, Diana L.: Essential Asatru (Englisch!) ==> Amazon-Link
Wer möchte, kann gerne etwas zu den Seiten beitragen, das natürlich vom Charakter und der Ausrichtung der
Seiten passen sollte. Eine an den Quellen orientierte Ausarbeitung über Ullr
nehme ich gerne dazu, nicht jedoch etwas über die "Kraftlinienforschung" an den
Externsteinen - als Beispiele (nein, ich will nicht sagen, daß ich Kraftlinienforschung
generell für Humbug halte, aber das interessiert mich eben nicht im Rahmen meiner Vorstellung von der Alten Sitte).
Bei Bedarf bitte Mail an mich.