Die Kindsweihe

Die feierliche Aufnahme in den Kreis der Familie (Sippe)

 

Bedeutung: Durch die Kindsweihe wird das neugeborene Kind begrüßt und in die Sippe aufgenommen. Es wird von den Eltern emporgehoben, im Wasser geweiht und mit einem Namen benannt. Zugleich  werden die Eltern in ihrer Verantwortung für die Entwicklung des Kindes bestärkt. Verwandte, Freunde und Mitglieder der Gemeinschaft bekräftigen ihre Bereitschaft zur Unterstützung.

Weitere Bezeichnungen: Lebensleite, Lebensweihe, Namensweihe, Namensgebung, Wasserweihe

Zeitpunkt: Traditionell in den ersten neun Tagen nach der Geburt. Heute in der Regel im ersten Jahr nach der Geburt.

 

Inhalt

 

Allgemeines


Die Geburt eines Kindes ist von besonderer Heiligkeit. Welch ein Moment an der Schwelle des Lebens, ja welch ein Moment für beide Eltern, aber ganz besonders für Mutter und Kind. Denn gerade dieses unsichtbare Band kann der Vater nur erahnen. Eine unbeschreibliche Verbindung, die ein Leben lang… ja sogar darüber hinaus besteht.
Für die Sippe bedeutet es, daß ein neues Glied in den Kreis tritt, die weit mehr umfaßt als die sichtbaren Menschen. Lebende und Tote bilden den Kreis der Sippe. Und daher ist eine Geburt nicht der Grenzpunkt des individuellen Lebens, sondern ein heiliges Ereignis im Leben der Sippe. In älterer Zeit trat die Bedeutung der Sippengemeinschaft weit stärker hervor, als es heute der Fall ist. Das neugeborene Kind wurde erst vollgültig anerkannt, sobald ein wichtiges Ritual vollzogen war: Die Aufnahme in die Sippe. Es konnte bis zu diesem Zeitpunkt ausgesetzt werden und in den Lauf des Kommens und Gehens zurückkehren. Wurde es aber von den Eltern emporgehoben, im Wasser geweiht und mit einem Namen benannt, galt es als aufgenommen.

Ein lebhaftes Beispiel liefert die isländische Saga von Thorstein Ochsenfuß. Als Oddný um Mittsommer ein uneheliches Kind erwartet, erzwingt ihr Bruder Thorkell die Aussetzung. Er befiehlt einem Sklaven die Durchführung, der sich darauf  widerwillig zu Oddný begibt. Draußen im Wald wickelt er den Jungen in eine Decke, legt ihm eine Speckscheibe in den Mund und baut ihm unter einer Baumwurzel ein Versteck. Etwas später findet ein anderer Bauer den Jungen, der ihn daraufhin in seine Sippe aufnimmt und zusammen mit seiner Frau aufzieht. Als Junge trifft er seine Mutter wieder und wird im Laufe der Zeit zu einem angesehenen Mann.
Zu jener Zeit erlaubte das Gesetz die Aussetzung von Kindern. Heute ein abstoßender Gedanke. Doch Ulbrich verweist auf die gängige Abtreibungspraxis. Es wird lediglich der Zeitpunkt der Tötung zurück verlegt. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sich einmal die Erfahrungen des medizinischen Personals schildern lassen, um einen Eindruck von einem derartigen Eingriff zu erhalten.

Die Kindsweihe

In der traditionellen germanischen Gesellschaft, deren Zusammenleben durch feste mündliche Tradition reguliert war, bildeten die Wasserweihe und die Namensgebung den verbindlichen Rechtsakt für die Aufnahme eines neugeborenen Kindes in die Sippengemeinschaft.

„Mit der bloßen Geburt ist ein Neugeborenes noch nicht Mitglied der Gemeinschaft (Familie, Sippe). Das bewirkt erst ein besonderes Adoptionsritual: Das Kind wird vom Erdboden aufgenommen, dem Vater auf die Knie gesetzt (Schoß-Setzung), mit Wasser besprengt (Wasserweihe). Es erhält einen Namen und zur „Befestigung des Namens“ (nafn-festr) ein Geschenk. Geschenke binden Geber und Beschenkte dauerhaft aneinander, denn ein Geschenk enthält „Seele“ von dem, der es gibt.“ 
[Hasenfratz]

Wasserweihe und Namensgebung

Im Kern der Kindsweihe stehen zwei Elemente, die eng miteinander verbunden sind: Die Wasserweihe und Namensgebung. Ein Beispiel dieser Struktur findet sich in der Egils Saga Skalla-Grimssonar. Das Kind wird emporgehoben und mit Wasser besprengt, woraufhin die Namensgebung folgt. So berichtet die Saga, daß Thora ein Mädchen gebar, das mit Wasser begossen wurde: Þóra ól barn um sumarið, og var það mær; var hún vatni ausin og nafn gefið og hét Ásgerður. (Thora gebar Im Sommer ein Kind und es war ein Mädchen; sie wurde mit Wasser besprengt und Asgerdr genannt.).
Die Wasserweihe wird in mehreren Texten der altnordischen Literatur erwähnt, die sich auf die vorchristliche Zeit beziehen. Die meisten Belege finden sich in den Isländersagas, den Fornaldarsagas und den Königssagas (siehe Reallexikon der germanischen Altertumskunde). Allerdings ist keine dieser Quellen vor dem 12.Jahrhundert entstanden. Im Unterschied zur christlichen Taufe, die mit skíra (reinigen, taufen) bezeichnet wird, erscheint die Wendung ausa vatni 'mit Wasser begießen' fast charakteristisch für den heidnischen Ritus. In den Havamal Str.158 lautet der entsprechende Ausdruck vertha vatni á.


158. Þat kann ek it þrettánda:
ef ek skal þegn ungan
vertha vatni á,
mun-at hann falla,
þótt hann í folk komi:
hnígr-a sá halr fyr hjörum.
Ein dreizehntes kann ich, soll ich ein Degenkind
In die Taufe tauchen,
So mag er nicht fallen im Volksgefecht,
Kein Schwert mag ihn versehren. (Simrock)

Im südgermanischen Raum findet sich der der einzige Hinweis auf eine Wasserweihe möglicherweise in einem Brief von Gregor III. an Bonifatius im Jahr 732. Der Papst verordnet, daß Bonifatius diejenigen, die "von den Heiden getauft worden sind", aufs Neue taufen soll. Was konkret mit dieser paganen Taufe gemeint ist, läßt sich nicht feststellen.
Die Namensgebung ist ebenso bedeutungsvoll, denn der Name ist kein zufälliger Schmuck. Aus alter Zeit stammt der Brauch, dem Kind einen Namen eines verstorbenen Verwandten zu geben. Das wird mit dem Gedanken verbunden sein, daß mit dem Namen auch die seelische Beschaffenheit (oder zumindest Teile davon) auf das Kind übergeht.
Die Leitung der Kindsweihe sollten nach Möglichkeit die Eltern übernehmen, sie können sie aber auch in andere Hände geben. Auf jeden Fall nehmen Mutter und Vater die Wasserweihe und Namensgebung selbst vor. Das Wasser kann Osterwasser oder eigens für die Wasserweihe geschöpftes Wasser einer Quelle sein. Die Treumundschaft ist eine Art Versicherung, bei der ein Verwandter oder Freund die Pflicht übernimmt, im Fall des Todes der Eltern für das Kind zu sorgen.  

Die Kindsweihe gegenüber der christlichen Taufe

Äußerlich scheint die Wasserweihe der christlichen Taufe zu ähneln, weist in ihrem Sinngehalt jedoch einen grundlegenden Unterschied auf: Sie dient der Aufnahme in die familiäre Gemeinschaft, nicht aber in die Religionsgemeinschaft. Traditionell ist die Kindsweihe eine feierliche Aufnahme in die Sippe. Die christliche Kindertaufe (bzw. Säuglingstaufe) bedeutet hingegen den Eintritt in das Leben als Christ.

So ist auch der Aspekt zu werten, wenn man um Schutz für den Lebensweg des Neugeborenen und die Familie bittet. Dieser Vorgang bewirkt keine Eingliederung des religionsunmündigen Kindes in eine religiöse Gemeinschaft, wie es bei der christlichen Taufe die vorherrschende Regel ist. Darüber hinaus war der Akt eines religiösen Bekenntnisses für unsere vorchristlichen Ahnen unnötig, weil ihre einheimischen und uralten Bräuche die einzigen Traditionen waren, die sie hatten und kannten.

Stilkam erzählt

Unseren Sohn G. weihten wir am 22. Brachet 2002 im Rahmen der Mittsommerfeier des Vereins für germanisches Heidentum. Der Gastgeber schützte den Platz mit einem Hammerritus. Als Vater sprach ich eine Einleitung und las den unter diesem Absatz zitierten Text. Die Mutter bereitete im Anschluß die "heilige Mitte" vor, einen kleinen Altar im Gras, auf den die notwendigen Gegenstände sowie Schmuck plaziert wurden. Dazu gehörten Kerzen, Symbolgebäck, Runengebäck (Name des Kindes in Runen), meine Runen, der Geburtstagsrunenring unseres Sohnes u.a. Die Mutter übergab das Kind mir und ich rief Donar an. Der Tenor der Anrufung war der, daß wir unseren Sohn Donar weihen und diesen bitten, das Kind auf seinen Wegen zu schützen. Die "Schankmaid" brachte ein Horn voll Met, ich opferte Donar und trank. Nun hielt die Mutter mir die Schale mit dem Wasser hin, das der Gastgeber vorab aus der Weitersfelder Heilquelle (Oberösterreich) geholt hatte. Mit diesem Wasser weihte ich das Kind, gab ihm seinen Namen, den ich im Anschluß runisch interpretierte und den Anwesenden erklärte, und nahm meinen Sohn in die Sippe auf. Den Abschluß bildete die Geschenkübergabe an den Kleinen: Von uns erhielt er den Runenring, der an den Geburtstagen mit je einer weiteren Kerze bestückt wird, und ein Symbolgebäck, das die Mutter den Sinnbildern entsprechend erklärte. Der Gastgeber schenkte ihm einen Thorshammer, seine Frau Filzpantöffelchen. Von anderen Mitgliedern des OR erhielten wir weitere kleine Geschenke.
Ein sehr schöner Symbolismus entstand dadurch, daß ich als Vater meinen eigenen, kleinen Thorshammer im vergangenen Scheiding an den Externsteinen geopfert hatte, während nun mein inzwischen geborener Sohn vom Gastgeber einen eigenen Thorshammer geschenkt bekam. So schloß sich der Kreis in sinnvoller Weise.

"Bisher war ich der letzte in der Reihe meines Geschlechtes. Nun ist die Reihe durch dieses Kind über mich hinausgewachsen. Ehrwürdige Ahnen! Mütter und Väter unseres Blutes! Wir denken an euch! Ehe ein jeder von euch zur Erde heimging, hat er sein Leben durch seine Kinder an uns hergereicht. Jeder von euch, ihr Mütter und Väter vor uns, verging. Und doch lebt ein jeder fort in mir - und in meiner Frau. Wieder geschah nun Geburt. Aus dem Ewigen, durch euch - durch uns - hinein in die Zukunft. In diesem Kinde überwanden wir schon jetzt den Tod.
Mein Herz ist voll der Wünsche für dich, mein Kind, und voll der Hoffnungen. Jeder wird freilich, wie er werden muß, denn keiner kann aus seiner Art. Jedoch schon unsere Liebe und Wahl war der Wunsch, in unseren Kindern besser und glücklicher zu werden."
[B. Ulbrich]

"Lausche den Stimmen der Ahnen,
werde im Schicksal nicht klein,
wenn es mit rauschenden Fahnen
groß und gewaltig will sein.

Wenn es mit dunklen Gewalten
über dich kommt mit Macht,
suche das Wir zu gestalten,
stoße das Ich in die Nacht.

Lerne den Nacken zu steifen,
schwinge den Hammer, faß an.
Leben heißt Kämpfen und Reifen.
Wachse zum Bruder, zum Mann!

Fruchtlos bleibt Beten und Flehen,
säest du nicht selber die Saat.
Zeichen und Wunder geschehen,
wenn du bereit bist zur Tat."
   [Fritz Michel, 'Dem Kinde']

Unseren zweiten Sohn A. weihten wir am 19. Brachet 2004 auf dem (damaligen) Kultplatz des VfGH-Süd bei Reisbach in Bayern. Ich verlas das obenstehende Gedicht (von F. Michel), wandte mich an die Nornen und an Freyr, den ich um Schutz bat. Nach der Wasserweihe wurden die Namensrunen gesungen und jeder Teilnehmer entzündete eine Kerze, was er mit einem Wunsch für A. verband.

Skizze einer Kindesweihe:

Ingmar erzählt

Wir haben zwei gemeinsame Kinder, ein Mädchen und einen Jungen. Beide haben von uns die Kindsweihe erhalten. Unser Standpunkt ist dabei, daß weniger manchmal mehr ist. Wir bevorzugen Kindsweihen in angemessenem Umfang, also eher kürzer gehalten. Damit meine ich kein hastiges Abzelebrieren, sondern mehr den Verzicht auf langatmige Passagen, die manchmal reines Rezitieren von überlangen Gedichten sind, die - so passend sie auch sein mögen - nur künstliche "Auffüller" darstellen, um das Ritual insgesamt größer erscheinen zu lassen. Warum? Wir verstehen unter einer angemessenen Kürze den weitestgehend individuellen Zuschnitt auf das Kind. Es müssen ja keine überschwänglichen Eigenkreationen werden, an die sich später sowieso niemand mehr erinnert. Aber vielleicht mehr der Versuch, aus dem Gefühl heraus zu beschreiben. Dieses Resultat an einem schönen, kraftvollen Platz in freier Natur ganz in Ruhe und ungestört vorzutragen, läßt erst die Qualität mitschwingen, die durch künstliches Aufbauschen kaum erreicht werden kann.

Mir sagte mal jemand "Wir müssen uns doch nicht im Wald verstecken, deswegen mieten wir uns einen Raum in einer Gastwirtschaft und laden alle Verwandten ein". Natürlich bleiben die Ausgestaltung des Festes und besonders die Entscheidung, gerade bei so einem gewichtigen Anlaß einen erweiterten Personenkreis einzuladen, immer von den individuellen Faktoren der Eltern abhängig. Letztendlich hat die Standortwahl aber nichts mit "Verstecken im Wald" zu tun, sondern eher mit der Präferenz einer natürlichen Umgebung. Für die einen zählt eine große Feier bei Kaffee, Kuchen und Abendbuffet, andere wählen lieber die anmutige Stille einer von Bäumen umwachsenen Wallburg oder gluggernden Quelle.

1.Beispiel

In der Vorbereitungszeit wenige Wochen vor der Kindsweihe besuchten wir eine Quelle, um dort Quellwasser zu schöpfen. Wir bewahrten es zu Hause für den großen Tag auf. Außerdem pflanzten wir zuvor auf dem Grundstück der Großeltern einen Apfelbaum (Baumsetzung). Die eigentliche Kindsweihe ließen wir im engsten und vertrautesten Kreise stattfinden, wie auch schon unsere Eheleite. An einem Fluß unter freiem Himmel wurden auf einem kleinen Holzaltar unser Familienleuchter, der Geburtstagsring und eine selbstgetöpferte Schale für das Quellwasser aufgestellt - eingerahmt von zwei Feuerschalen mit Bienenwachs. Davor der geschmiedete Sippen-Thorshammer für die Hammerhegung, der nur bei besonderen Anlässen zum Einsatz kommt (auch aus Gewichtsgründen nehmen wir ihn selten zu Jahreskreisfesten mit). Eine heimische Wildkräuter-Räucherung leitet den Beginn ein - der Duft schwebt über das Wasser und durch das dichte Blätterkleid der Bäume, geradezu auf die sich versammelnde Gemeinschaft. Aufgeweckte Kinderaugen verfolgen interessiert das Geschehen - es sind Familien eingeladen, die selber Kinder haben. Das Rufhorn ertönt und die Kindsweihe beginnt.


WEITERE BILDER HIER


Zeremonielle Gegenstände - Familienleuchter, Geburtstagsring, Kerzen, Horn, Met, Thorshammer, Schale, Quellwasser, Räucherung, Rufhorn

 

2.Beispiel

Kindsweihe unseres Sohnes zur Wintersonnenwende. Hier während der häuslichen Vorbereitung, kurz bevor es nach draußen geht:

 

EINHEGUNG

Mächtiger Donnerer, weihe diese heilige Stätte und halte Wacht!
Mächtiger Donnerer, weihe diese heilige Stätte und halte Wacht!
Mächtiger Donnerer, weihe diese heilige Stätte und halte Wacht!
Mächtiger Donnerer, weihe diese heilige Stätte und halte Wacht!

ANRUFUNG   

Hohe Götter, die ihr die Zeiten ordnet und allen Dingen ihre Frist zuteilt: Euch danken wir für alles Gute und Wertvolle, schenkt uns Klugheit und Kraft unsere Wege zu verwirklichen. Gebt uns euer Heil und euren Segen, daß wir erfüllt und ehrenvoll leben. Heil sei euch!

Frigg - Beschützerin von Ehe, Heim und Familie! Mit deiner Weisheit, Liebe und Fürsorge segne dieses Kind und mehre die Kraft unserer Sippe!

  • Met als Opfergabe

ENTZÜNDEN DES FAMILIENLEUCHTERS

Die Kerzen des Familienleuchters werden entzündet.

WASSERWEIHE

Am Nornenbrunnen
Eine Eibe ewig wächst
Hoch in Himmels Hauch,
Tau tropft talwärts,
Drunten im Dunkel ein Brunnen.

An des Weltbaumes Wurzel
Sitzen und spinnen
Verhüllten Hauptes
Drei Schicksalsfrauen,
Die schweigsamen Nornen:
Urd, Verdandi und Skuld
Was Wurde, das Werdende und was nun Wird.

[Name], Dein Gang zur Quelle des Lebens hat Dich zu uns geführt. Und so versammeln wir uns heute hier, um Dich im Wasser zu weihen - als Zeichen Deiner feierlichen Aufnahme in unsere Sippe.

Komm' an den Quell,
Weih' deiner Seele,
Wecklieder, leise;
Wirst dann verstehen
Botschaft deiner Ahnen:
Wahrhaft und wert!

Liebe/r [Name], wir nehmen Dich auf und begrüßen Dich in unserer Mitte, auf der heiligen Mutter Erde, die uns trägt und nährt, im Kreise aller Wesen und im Kreise unserer Sippe. Wir weihen Dich mit dem Wasser des Lebens. Es ist das Wasser Deiner Heimat, es stammt aus [z.B. Fluß, Quelle oder See], die an Deinem Geburtsort fließt.

  • Eine Schale Wasser steht bereit, Mutter und Vater benetzen leicht Hände und/oder Kopf.

NAMENSGEBUNG

  • Die Ansprache bezieht sich auf den Namen des Kindes.

Wir nennen Dich [Name], ein Name aus alter Zeit. Mögest Du Deinen Lebensweg stets kühn und voller Mut beschreiten, und mit Weisheit an Deiner Seite wachsen, so dass es Dir an gutem Rat nie mangelt.

Anmutig sitzen zwei Raben im hohen Geäst des Waldes, still blicken sie hernieder und breiten ihre Schwingen zum Flug. Sie bringen Rat dem Wanderer im nachtblauen Gewand, den Hut tief ins Gesicht gezogen ist er unterwegs.

Auf der Suche nach Weisheit und Erkenntnis kennt man ihn an vielen Orten und unter vielen Namen. Seine Pfade sind verschlungen wie das Geäst des Baumes, er sucht sich immer seinen eigenen Weg.

TRANK

Hohe, heilige Götter
Euch sei zu Ehren erhoben das Horn
und der Treue geweiht.

Ahnen, Alfen und Disen
Euch sei zu Ehren erhoben das Horn
und der Treue geweiht.

Landwichten, Wesen des Ortes,
Euch sei zu Ehren erhoben das Horn
und der Treue geweiht.

  • Mutter oder Vater leiten das Blot, traditionell der Hausvater. Nach jedem gesprochenen Absatz geht das Horn einmal die Runde. Jeder opfert etwas Met aus dem Horn und hat das Wort für eigene Gedanken. Am Ende der dritten Runde wird der gesamte Rest des Horns geopfert.

ÖFFNEN DES FESTKREISES

Heil sollen wir fahren und immer heil wiederkehren und heil bleiben alle Zeit!

 

 

Der Geburtstagsring

Was ist ein Geburtstagsring? Das ist ein Holzring, der je nach Beschaffenheit ganz unterschiedlich verziert sein kann und eine Anzahl von Kerzenfassungen enthält, die sich nach der Anzahl der Lebensjahre bis zur beabsichtigten Jugendleite richten. In unserem Fall faßt der Ring insgesamt 14 Kerzen. An jedem Geburtstag wird die entsprechende Anzahl an Kerzen entzündet.

 

Quellen und Verweise

Seiteninfo: 1.Autor: ING | 2.Autor: - | Weitere Autoren: - | Stand: 10.08.2018 | Urheberrecht beachten!