Er stellte das Weihtum aus Stein mir auf,
dem Glase gleich glänzt nun der Stein;
er rötet ihn frisch mit Rinderblut:
Ottar ehrte die Asinnen stets.
[Freya im Hyndlalied, nach Genzmer]
| BLÓT | ||
|---|---|---|
| B - Bereiten | Begrüßung - Platzweihe | ![]() |
| L - Laden | Anrufung - Vertiefung | |
| Ó - Opfern | Feuer - Opfern | |
| T - Trinken | Sumbel - Schlußspruch | |
[Neue Version 2012] Seit es diese Seiten gibt, habe ich an einer Ritualvorlage gearbeitet, und diese wurde immer wieder angepaßt und überarbeitet.
Leitidee war, daß ich eine "Allround"-Vorlage haben wollte, die man für jedes Ritual,
zu jeder Jahreszeit
nutzen kann. Ich bin kein Freund von speziellen "Julritualen", die vom Ablauf her ganz anders sein sollen als
z.B. Mittsommerrituale. Letztlich ergab sich eine Ritualabfolge in neun Schritten. Parallel zu meinen Gedanken entwarfen
auch (ehemaliger Vorsitzender des ORD/VfGH) sowie , "Ewart" des
VfGH, eigene Ritualvorschläge in - sinnigerweise - auch neun Schritten. Das hat natürlich mit der Besonderheit der
Zahl 9 in der germanischen Mythologie zu tun. Ein Ritual in neun Schritten klingt einfach runder als eines in sieben Schritten, oder zehn, oder ...
Aus s Entwurf wurde dann der Bigang, das Ritual, das er in seinem Buch
Das Heilige Fest beschreibt (mit 'fira' bezeichnet er im Unterschied dazu die
Lebenskreisfeste). In meiner Zeit als VfGH-Mitglied habe ich hier auch ausschließlich diesen
Ritualablauf präsentiert, da es mir um vereinsinterne Einheitlichkeit ging. Davon bin ich nun wieder weggegangen - und das nicht nur
deshalb, weil ich nicht mehr VfGH-Mitglied bin. Das Ritual in neun Schritten, zudem noch mit altertümlichen Vokabeln wie
Heilazzen oder Bluostrar garniert, erscheint mir überfrachtet und wenig einprägsam. Zudem meine ich, daß
bigang vorrangig einen Umgang, Umzug oder eine kultische Prozession bezeichnete - zudem findet es sich in der Literatur bis auf
zwei Ausnahmen nur in christlichem oder jüdischem Kontext. Ich habe daher noch einmal das komplette Ritual abgewandelt und
präsentiere hier ein Ritual in vier Schritten
[BLÓT - Bereiten, Laden, Opfern, Trinken © V. Wagner 2012],
wovon jeder Schritt ein bis zwei Unterpunkte haben kann. Ja, richtig, die 9 ist nun weg. :-)
Der Begriff des Blóts wird hier erläutert (eigentlich
müßte man das Verb blóta benutzen).
Das auf dieser Seite beschriebene Ritual ist eine "neuheidnische Version" eines Opferrituals.
Neuheidnisch deshalb, weil essentielle Bestandteile des historischen
Vorbilds wie z.B. das Schlachten eines Opfertieres und das Bespritzen eines Steinaltars mit
dem Blut des Tieres weggefallen sind und weil wir letzten Ende doch nicht wissen, ob das 'damals'
alles so abgelaufen ist.
Vor Beginn des Rituals wird der ausgesuchte Platz vorbereitet und - soweit nötig - gesäubert;.
Die Teilnehmer stehen beim Ritual im Kreis. Die benötigten Utensilien werden im Zentrum (oder etwas
in nördliche Richtung verschoben) auf einer Art Altar abgelegt. Das kann lediglich ein Tuch sein, das
auf dem Boden liegt (hierbei kann man sich an der Heiligen Mitte orientieren),
aber auch ein Holzgestell, eine kleiner Tisch o.ä.)
Den Teilnehmern sollte vorab mitgeteilt werden, was sie mitzubringen haben und welche
Kleidung anzuziehen ist (s. Checkliste). Vor dem Beginn sollte das Ritual
durchgesprochen werden, so daß auch Neulinge wissen, wie der Ablauf ist. Generell kann man bei
Gruppenritualen Aufgaben aufteilen, das muß jedoch nicht sein. Immer sollte es einen Kultleiter geben,
der die "Stränge zusammenhält".
Hingewiesen sei noch auf das hier zu findende Kurz-Blot, das man "out of the box" verwenden kann.
Noch ein paar Worte zum Abschluß der Vorbemerkung: (Hammerstead Kindred,
USA) hat sehr gut zusammengefaßt, was ein gutes Blot ausmacht:
"What makes a good Blot? One of the things we have to be concerned with when doing a Blot
is that it is having its desired effect. For a Blot to really work, people must come away
feeling changed in some way: inspired, refreshed, excited, or calmed. If a Blot does not
achieve this, then it is a wasted Blot. To make sure a Blot will work, it must include not
only intellectual stimulation, but it must also provoke a psycho-emotional response as well.
This can be achieved in several ways, including using drumming, clapping, and rhythmic chant.
A dramatic reading of a myth, legend, or poem can also raise people’s spiritual energies.
The ultimate goal of really good Blot would probably be to induce a state of ecstasy in the
participants."
Bereiten, hier natürlich im Sinne von Vorbereiten, umfaßt alles, was vor der Anrufung der Götter (L - Laden) stattfindet. Konkret sind das einführende Worte des Kultleiters und etwas, das man in all seinen verschiedenen Formen doch am besten als Platzweihe bezeichnen kann. Sofern man nicht-göttliche Wesenheiten laden möchte (z.B. Alben), macht man das auch hier.
Die einführenden Worte, die Begrüßung durch den Kultleiter, habe ich wieder an den Anfang des Rituals gestellt, da sie hier am besten aufgehoben ist (und nicht als Punkt 3 - Reda - im schen Schema mitten ins Ritual gestellt werden sollte). Es handelt sich um informelle Worte zum Gruße, Persönliches, Orts- oder Festbezogenes. Ich habe zum Thema Festanlaß Beispielansprachen geschrieben, an denen man sich orientieren kann.
An die Begrüßung schließt sich die Platzweihe an. Ich merke bei allen Abwandlungen, die ich bislang erlebt habe, daß ich doch sehr am Hammer-Ritus hänge, der seinen Ursprung m.W. in amerikanischen Asatru-Gruppen hat (z.B. von E. Thorsson beschrieben). Vorab jedoch ein paar Worte zum Ritual-Setting: Die Teilnehmer stehen in der Regel in einem Ritualkreis. Dieser Kreis ist kein Wicca-Kreis, den man nicht ohne spezielle Vorkehrungen betreten oder verlassen darf. Es ist auch kein magischer Schutzkreis oder ähnliches, aber er wird gegenüber der Außenwelt abgegrenzt, er wird zum vé, zum heiligen Ort. Das ist mit Weihen gemeint. Die eher wicca-orientierte Anrufung der Elemente (oder vier Wächter) ist herausgefallen.
Hier das Hammerritual. Der Kultleiter hält einen Ritualhammer in der Hand und spricht die folgenden Verse jeweils in Algiz-Stellung. Nach jedem Vers macht er ein Hammerzeichen. Bei "Hammer unter mir" kann man den in der Hand gehaltenen Ritualhammer auch feste auf der Erde aufsetzen.
| Leiter steht im Norden des Platzes, nach Norden gewandt | "Donar, dûtigo, dietêwîgo!" | (Donar, heimatlicher, unvergänglicher!) "Donar, Dein Hammer sei uns Zeichen!" |
|---|---|---|
| Leiter verbleibt im Norden des Platzes, nach Norden gewandt | "Hamarr î Norðri, helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska!" | Hammer im Norden, weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Osten des Platzes, nach Osten gewandt | Hamarr í Austri, helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska! | Hammer im Osten, weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Süden des Platzes, nach Süden gewandt | Hamarr í Suðri, helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska! | Hammer im Süden, weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Westen des Platzes, nach Westen gewandt | Hamarr í Vestri, helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska! | Hammer im Westen, weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Zentrum des Platzes, nach Norden gewandt | Hamarr yfir mér helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska! | Hammer über mir, weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Zentrum des Platzes, nach Norden gewandt | Hamarr undir mér helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska! | Hammer unter mir, weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Zentrum des Platzes, nach Norden gewandt | Hamarr (Þórr) - helga vé þetta ok hald vörð ok hindr alla illska! | Hammer (Thor) - weihe diese (heilige) Stätte und wache über sie und wehre allem Übel! |
| Leiter steht im Zentrum des Platzes, dreht sich einmal im Sonnenlauf-Sinn um sich selbst | Um mik ok í mér Ásgarðr ok Midhgarðr! | Um mich herum und in mir - Asgard und Midgard! |
Nun sei noch eine Alternative zum Hammer-Ritus beschrieben. Hierbei "haselt" man den Platz ein, d.h. man steckt kleine Haselnuß- / Holzpflöcke in einem Kreis jenseits des Teilnehmerkreises in die Erde und verbindet die Stöcke mit einer Schnur, so daß ein "Mini-Zaun" entsteht. An den vier Himmelsrichtungen spricht man - im Osten beginnend und mit dem Norden endend - folgenden schönen Text von [©].
| Elben, zum Feste rufen wir Euch! Aus Euern Hügeln kommt, Ahnen, Aus heiligen Wassern steigt, und hohen Wäldern. Zu Brot und Bier laden wir Euch, wollen das goldne Korn mit goldnem Äl vergelten Und Frieden mit Freundschaft. Heil, Ihr Elben! |
Idisen, zum Feste rufen wie Euch! Gesellt Euch zur Sippe, Mütter, Spenderinnen, Schützerinnen, Späherinnen! Zu Brot und Bier laden wir Euch, wollen Rat mit guter Rede vergelten, und Friede mit Freundschaft. Heil, Ihr Idisen! |
| Wanen, zum Feste rufen wir Euch! Aus fruchtigen Gründen fahrt her, auf goldnen Ebern Frô und Frouwe, Elbenkönig und Wanenidis Zu Brot und Bier laden wir Euch, danken für ein gutes, und bloten um ein bessres Jahr Heil, Ihr Wanen! |
Ansen, zum Feste rufen wir Euch! Aus Asgard reitet im Sturmeswind, mit Ross und Wagen! Wuodan - Waltender, Weiser! Donar - Wetterer, Schirmer! Frija - Wissende, Sorgende! Zu Brot und Bier laden wir Euch, danken für ein gutes, und bloten um ein bessres Jahr! Heil, Ihr Ansen! |
Eine noch kürzere Alternative für die, die möglichst bald zum Opfern (und / oder Trinken?) kommen möchten wäre z.B. die erste Donarsanrufung auf dieser Seite.
Das Laden meint zum einen die tatsächliche Anrufung der Götter (und nur der Götter, keiner sonstigen Wesen, die, wenn sie geladen werden sollen, unter B - Bereiten integriert werden sollen), zum anderen der Vertiefung der Anrufung durch Meditation, Runensingen, Besinnungszeit u.ä. Dabei wird zuerst die Anrufung gemacht, danach die Vertiefung. Man beachte, daß es keinen Punkt mehr gibt, an dem die Götter als solche vor der eigentlichen Anrufung "eingeladen" werden (s. Punkt 'Heilazzen' bei ), denn das halte ich für eine Redundanz, die die Götter sicher ermüdet ... ;-)
Man kann hier eine Anrufung an alle Gottheiten richten oder aber gezielte
Götter anrufen.
Ein ganz kurzes Beispiel für eine Anrufung aller Götter wäre das bekannte Gebet aus der Edda.
Länger ist diese Anrufung von (und ein wenig
von mir abgewandelt). Viele weitere Anrufungen - auch spezieller Gottheiten - finden sich in s Buch
Das Heilige Fest. Beispiele von mir sowie anderen Personen finden
sich auch auf diesen Seiten: Anrufungen allgemein /
Einzelgötter.
Wie man eine solche Anrufung macht, ist nicht vorgeschrieben (s. allgemeine Infos auf den zuletzt verlinkten
Seiten). Viele stellen sich in die Stellung
der Rune Algiz. Andere gehen gemächlich Runden ums Feuer,
während sie sprechen.
Alle Anrufungen können frei gesprochen (auch gesungen!), vorher auswendig gelernt oder auch vom Blatt abgelesen werden. Die besten Rituale
sind die ohne Zettel ...
Die Vertiefung soll die Anrufung "sinken" lassen und die Herzen für
die Kommunikation mit den Göttern öffnen, die gleich beim Opfern ihren Höhepunkt erreichen wird.
Die Vertiefung hat somit eine nicht zu unterschätzende Scharnierfunktion zwischen den Anrufungen und der eigentlichen Akt
des Opferns. An dieser Stelle kann man z.B. die Runenreihe (Futhark) ein- oder mehrmalig singen.
Alternativ kann der Kultleiter vorab einzelne (z.B. drei) Runen festlegen, wenn er
Zeit sparen möchte.
Das gemeinsame Singen der Runenreihe dient auch dem Aufbau einer Gruppendynamik, denn
es schafft Zusammenhalt und Gruppengefühl. Zum anderen bedeutet das Singen der Runenreihe, daß alle Kräfte
des Universums (repräsentiert durch die 24 Runen) versammelt werden sollen bzw. daß wir uns ihrer bewußt werden.
An dieser Stelle kann auch eine Meditation, z.B.
Baummeditation oder Varianten des
Erdens und Zentrierens, eingeflochten werden. Natürlich kann
man auch ein gemeinsames Lied (oder einen Liedvortrag) einflechten, aber immer sollte der Bezug zur Anrufung gegeben sein
und an dieser Stelle aus dem Ritual keine Fête werden.
Wer möchte, kann natürlich hier auch eine Lesung z.B. aus der Edda einflechten. Welche
Edda-Lieder zu welchem Fest passen, findet sich z.B. bei Nemenyi.
Das Opfern ist der Kern des Rituals. Dieser Punkt besteht aus zwei Handlungen: Anzünden des Opferfeuers und Übergabe der Opfergaben an die Flammen.
Beim Opferfeuer muß es sich nicht um einen Scheiterhaufen handeln; man kann auch Feuer in einer kleinen Feuerschale entfachen - und entsprechend den Umfang der Gaben anpassen. Wenn ich hier von Opfergaben spreche, dann meine ich damit ausschließlich feste Gaben, also Nahrungsmittel und andere Gegenstände, aber keine Getränke. So unterscheidet auch zwischen Gilt (lat. sacrificium) als Begriff für alle Opfergaben außer dem Trankopfer, das als Bluostrar bezeichnet wird.
Man kann - gerade wenn der vorherige Punkt eine ruhige Besinnungszeit an seinem Ende hatte - das Feuer schweigend entzünden, man kann auch einen Feuerspruch sprechen. Beispiel (© V. Wagner):
Feuer ist das beste bei der Menschen Söhne
und der Sonne Schein,
seine Gesundheit, wenn man sie behalten hat,
ohne mit Schande zu leben. (Havamal, )
Feuer, wenn du zum Himmel flammst,
grüße die Sonne, der du entstammst!
Künde, daß treu wir gehütet die Glut,
heiliges Erbe, das in uns ruht!
Ich höre schon schreien: "Und was ist, wenn ich kein Feuer machen kann?" Dann, ja dann, gibt das alles nichts ...
:-) Nee, dann kann man die Opfergaben auch durch 'Ablegen' auf den Boden (im Freien) oder in einer Schale (in Räumen) 'opfern' und diese
Gaben dann über Nacht draußen stehen lassen. Ist nicht so elegant wie das Opfern mit Feuer.
Hieran schließt sich die Gabenweihe an bzw. der Opferspruch, was im Altnordischen mit gefa ausgedrückt wurde. Hier noch einmal komplett:
"Donnergott, höre, was hier ich erbitte:
Weihe mit Macht gemäß uralter Sitte
Gaben, die gern wir den Ratern all geben.
Heil soll hinfort unser Leben durchweben.
Gabe um Gabe, so soll es geschehen,
ehe die Götter und Menschen vergehen.
Götter! Nehmt diese Gaben als unser Geschenk an!
Wir geben von dem, das ihr uns gegeben (habt).
Gebo -
Ansuz - Gebo -
Mannaz - Gebo -
Ansuz
Den Göttern zu Ehren, den Menschen zum Gedeihen:
Mögen alle Wesen in allen Welten wissen,
daß wir in Treue zu den Asen (und Vanen) stehen.
Das heilige Band sei erneuert!"
(Text © V. Wagner)
Während man die Runen spricht, gibt man die Opfergaben ins Feuer (das ist jetzt
das eigentliche Opfern im Sinne von blóta). Man kann den ganzen Spruch auch verkürzen:
"Von den Göttern zur Erde zu uns, von uns zur Erde zu den Göttern, Gabe um Gabe. - Heil!"
Was hier um der Einprägsamkeit willen als 'Trinken' bezeichnet wird, steht für den Begriff des
Sumbels, also eines kollektiven Trankopfers, bei dem ein
Methorn im Ritualkreis von Teilnehmer zu Teilnehmer geht. Es hat sich eingebürgert, das Horn
drei volle Runden kreisen zu lassen, wobei die Teilnehmer in der ersten Runde einen Spruch im Hinblick
auf die Götter sagen, in der zweiten etwas zum Thema Ahnen, wohingegen die dritte eine freie
Runde ist. Üblicherweise muß man nichts sagen, man kann sich das auch denken, allerdings
empfinde ich es als schöner, wenn wirklich jeder Teilnehmer auch zumindest ein paar Worte sagt.
Die drei Runden werden vom Kultleiter eröffnet, indem er sich an die Götter wendet und
vom Met im Horn ein wenig auf den Boden opfert, bevor er das Horn in den Kreis gibt. Die anderen
Teilnehmer gießen nichts mehr auf den Boden, sondern sagen ihren Spruch, trinken und
reichen das Horn mit den Worten "Trink Heil!" weiter. Der Empfangende sagt "Sei heil!"
Die erste Runde kann der Kultleiter mit folgenden Worten einleiten (in Anlehnung an Steinbock):
Heil den Asen und Vanen! Dieses Horn voll hellem Met weihen wir eurer Ehre!
Die Gaben sind getauscht, nun nehmt diesen Met an als unser
Zeichen von Freundschaft und Frieden. Heil sei euch und Ehre allezeit!
Die zweite Runde kann er so einleiten:
Heil sei unseren Ahnen, den Müttern und Vätern, die vor uns auf Midgard lebten!
Was wir geworden sind, was wir sind und sein werden, verdanken wir
euch und eurem Erbe, das ihr uns hinterlassen habt! Heil den Ahnen unserer Sippen!
Die dritte Runde bedarf keiner speziellen Einleitungsformel. Man weist als Kultleiter auf die "freie Runde" hin.
Dieser vierte Punkt, Trinken, endet mit einem Dank an Thor für den Schutz (s. Platzweihe) und einem formellen Schlußspruch durch den Kultleiter. Hier Beispiele für diesen Punkt:
| Heil fahrt und heil kehret wieder! Heil euch auf allen euren Wegen! (Heill þú farir, heill þú aftr komir, heill þú á sinnum sér! (Vafþrúðnismál 4)) |
Des Hohen Lied ist gesungen In des Hohen Halle Den Erdensöhnen not, unnütz den Riesensöhnen. Wohl ihm, der es kann, wohl ihm, der es kennt, Lange lebt, der es erlernt, Heil allen, die es hören. (Havamal, Simrock) |
Treu will ich sein allen Asen und Vanen und allen Wesen der Erde in Würde begegnen. Ich vertrau auf mich selbst und der Vorfahren Weisung, und werd' huldigen Hohen zur heiligen Zeit. Ich schulde mein Schicksal den spinnenden Nornen doch bestimme ich selbst, wie ich nehm' mein Geschick. Standhaft in Notzeit - gelassen in Frohzeit: wie mein Schicksal ich nehme, bestimmt meinen Ruhm. Der Götter Gestalt kann kein Mensch erschaun, so schaffen wir Bilder nach unserem Gesicht. Wir sehen dasselbe, doch wir sehen's verschieden, und keiner kann sagen, die Wahrheit sei sein. (© , Forn Sidr DK, dts. von , Eldaring) |
Nebenbei: Der Spruch "Treu will ich sein" paßt auch guter und Laden / Vertiefung, wenn er z.B. vom Kultleiter vorgetragen wird und die Teilnehmer sich in Ruhe darauf konzentrieren können.